Meine Lieben,

Ihr werdet leider auf mich beziehungsweise meine gedanklichen Ergüsse und Gschichterl aus dem Leben verzichten müssen. – Nein, ich glaube nicht, dass das Ende meiner täglichen Textinkontinenz droht, ich brauche lediglich eine Auszeit, ein paar Tage Pause. Aber warum soll ich es nicht deutlicher, ehrlicher formulieren: Ich kann nicht mehr.

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Morgen fahre ich an den Bodensee, am Donnerstag soll ich dann in Konstanz drei Interviews führen und daraus ein Porträt mit 12.000 Zeichen basteln. Am Freitag habe ich nach Frankfurt zu fahren, um nachmittags/abends und am Samstag bei einem Workshop Fachkompetenz auszustrahlen. Abends geht´s wieder zurück; es wird spät werden. Ich werd´s hinkriegen, weil ich immer alles professionell hinkriege. Eigentlich würde ich lieber im Bett bleiben, so malad bin ich. Heute bin ich bei genialem Frühlingswetter nicht einmal auf mein Bike gestiegen, weil ich mich einfach nicht aufraffen konnte. Reden mag ich mit niemandem, ich kriege kaum den Mund auf. Zuhören aber will ich ebenso wenig. Schlechte Voraussetzungen für meine Termine…


Verletzungen adeln uns. Am besten geeignet, um bewunderter Star zu sein, sind gut sichtbare Sportverletzungen, die man sich bei spektakulären Gelegenheiten zugezogen hat. Beim Wandertag in ein Loch getreten zu sein, zählt nicht. Der Zwanzigmeter-Absturz beim Klettern wegen Materialausbruch, die Bergrettung nach einem Lawinenabgang von einem Viertausender oder der Crash mit dem Gleitschirm aufgrund von Scherwinden kommen gut. Tolle Geschichten erzählen kann auch, wer als Radler oder Motorradfahrer von einem Auto übersehen worden ist.

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Was hat sich eigentlich geändert, seitdem ich krank bin? Diese Frage musste ich heute zu meinem Entsetzen mit „nichts“ beantworten. Aber was hatte ich eigentlich erwartet?

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